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Klavier oder Flügel

 

 

Klavier oder Flügel – was gilt es zu beachten?

 

Für professionelle Pianisten ist er ein Muss, um auch dynamisch anspruchsvolle Klavierstücke gefühlvoll zu intonieren. Aber eignet sich ein Flügel auch für Anfänger an den Tasten – oder ist ein Klavier die bessere Wahl? In unserem Ratgeber möchten wir Ihnen die Unterschiede zwischen Klavier und Flügel aufzeigen und ebenso die Vor- und Nachteile beider Instrumente beleuchten. Ob sich eher das kompakte Klavier für Ihre Zwecke eignet oder Sie von Beginn an auf einem luxuriösen Flügel spielen sollten – finden Sie bei uns Ihre individuelle Antwort!

 
 

Ein Gedanke vorweg:

Ein kleineres, hochwertiges Instrument kann um Längen besser klingen als ein großes von minderer Qualität. Achten Sie deshalb bei Ihrer Wahl zwischen Klavier und Flügel auf die verwendeten Materialien, die Verarbeitung und die Güte des Klangkörpers.

 

 

 

 

 

 

Klavier oder Flügel – die Unterschiede

Bauform und Mechanik

Der auffälligste Unterschied zwischen Klavier und Flügel – den jeder auf den ersten Blick erkennen kann – ist die Bauform. Das eher quaderförmige Klavier mit seiner stehenden Mechanik sieht ganz anders aus als der Flügel, für den eine liegende Mechanik charakteristisch ist.

Doch auch im Inneren der beiden Instrumente spielen sich ganz unterschiedliche Szenen ab:

  • Im Klavier verlaufen die Saiten vertikal und die Hämmer befinden sich in einer aufrechten Position. Wird eine Taste gedrückt, schlägt der Hammer die Saite von vorn an. Für einen erneuten Anschlag muss der Spieler die Taste komplett loslassen – erst dann kann die Stoßzunge unter die Hammernuss zurückfallen.
  •  

  • • Im Gegensatz dazu ist der Flügel mit horizontal verlaufenden Saiten bestückt und die Hämmer liegen fast waagerecht darunter. Beim Drücken der Taste schlägt der Hammer die Saite von unten an. Soll die Stoßzunge für einen erneuten Anschlag wieder unter dem Hammer-Röllchen stehen, muss die Taste nicht komplett losgelassen werden – ein Drittel des Tastenweges reicht aus. Das erlaubt eine schnellere Repetition als beim Klavier.

 

 
 
Klavier Saiten vertikal
Klavier Saiten vertikal
Flügel Saiten horizontal
Flügel Saiten horizontal
 

 

 

Ein weiterer Unterschied zwischen Klavier und Flügel findet sich in der Länge der Saiten und der Größe des Resonanzbodens. Beide Eigenschaften sind entscheidend für den Klang. In der Regel klingen die Basssaiten umso besser, je länger sie sind. Damit kann ein großes Konzertklavier durchaus einen kleinen Stutzflügel klanglich überflügeln.

 

 

 

Dämpfung

Beim Klavier stehen neben den Hämmern auch die Dämpfer aufrecht und werden an die Saiten gedrückt. Anders sieht das beim Flügel aus: Die Dämpfer liegen hier von oben auf den Saiten. Das hat den Vorteil, dass allein durch die Schwerkraft schon eine gute Dämpfung beim Flügel gegeben ist.

 

 

 
Die Klavierpedalen
Die Pedalen eines Klaviers

Pedale

Während das rechte – sogenannte Forte-Pedal – beim Klavier und beim Flügel in gleicher Weise eingesetzt wird, unterscheiden sich das mittlere und linke Pedal bei beiden Instrumenten in ihrer jeweiligen Funktion.

 

 

 

Das mittlere Pedal

  • • heißt beim Klavier Moderator-Pedal und sorgt für eine starke Dämpfung des Klangs. Dafür schiebt sich beim Betätigen des Pedals ein Filzstreifen zwischen Hämmer und Saiten.
  • • ist beim Flügel als Sostenuto- oder auch Tonhaltepedal bekannt. Es lässt den zeitgleich angespielten Ton fortklingen. Bei den danach angeschlagenen Tasten fallen die Dämpfer regulär auf die Saiten zurück und werden nicht gehalten.
 

 

 

Das linke Pedal

  • • nennt sich beim Klavier Piano-Pedal. Es verkleinert den Weg, den die Hämmer für den Anschlag zurücklegen müssen und erlaubt so ganz einfach ein leiseres Spiel.
  • • trägt beim Flügel den Namen Una-Corda-Pedal. Damit wird die gesamte Klaviatur mit der Mechanik ein Stück zur Seite bewegt – meist nach rechts. So befinden sich die Hämmer beim Anschlag in einer anderen Position: Der Ton klingt leiser und hat, je nach Lage, eine andere Klangfarbe.
 

 

 

Größe und Gewicht

Das wichtigste Maß für das Klavier ist die Höhe, da von ihr die Länge der Basssaiten und die Fläche des Resonanzbodens abhängen – zwei entscheidende Faktoren für den Klang des Instruments. Typische Maße sind:

  • • kleine Klaviere: 100 bis 110 cm
  • • mittelgroße Klaviere: 110 bis 130 cm
  • • Konzertklaviere: ab 130 cm

 

Aufgrund der 88 genormten Tasten gibt es bei der Breite einen relativ kleinen Spielraum zwischen 140 und 155 cm. Die Tiefe ist in der Regel mit 50 bis 70 cm bemaßt.

Beim Flügel spielt hingegen die Länge die größte Rolle für den Klang – aufgrund der liegenden Mechanik:

  • • moderne Stutzflügel: 150 bis 160 cm (ältere Modelle nur 130 cm)
  • • Salon-/Studioflügel: 180 bis 210 cm
  • • Semi-Konzertflügel: 210 bis 240 cm
  • • Konzertflügel: ab 240 cm

 

Die Breite ist dem Klavier mit 148 bis 160 cm recht ähnlich, während die Höhe bei geschlossenem Deckel mit 99 bis 103 cm deutlich geringer ausfällt.

Auch beim Gewicht gibt es zwischen Klavier und Flügel deutliche Unterschiede:

  • • Kleine Klaviere bringen im Durchschnitt 170 kg auf die Waage, während große Konzertklaviere gut bis 300 kg wiegen können.li>
  • • Beim Flügel reicht die Spanne von 280 bis 350 kg für kleine Stützflügel über 300 bis 450 kg für Studioflügel bis hin zu 600 kg für große Konzertflügel.

 

Für den Transport ist es deshalb bei beiden Varianten empfehlenswert, eine Fachfirma mit dem richtigen Know-how und der nötigen Erfahrung zu beauftragen. Kaufen Sie Ihr Klavier oder Ihren Flügel im Pianelli Music-Store, transportieren wir das Instrument gern an Ihren gewünschten Standort.

 

 

 

Vorteile und Nachteile auf einen Blick

 

  Klavier Flügel

Vorteile

  • • Das eher kompakte Klavier findet auch in kleineren Räumen Platz.
  • • Ein Mittelklasse-Klavier ist in der Anschaffung günstiger als ein Salon-/Studioflügel.
  • • Flügel haben aufgrund ihres größeren Resonanzbodens ein deutlich volleres Klangvolumen, mehr klangliche Tiefe und Plastizität.
  • • Ein gleichmäßiger, ausgewogener Ton und ein geschmeidiger Nachhall sind typisch für einen qualitativen Flügel.
  • • Das überlegene Spielwerk bietet ein noch klarer definiertes Spielgefühl und eine leichtere Tongestaltung als bei einem Klavier.
  • • Flügel haben aufgrund der horizontalen Mechanik ein besseres Repetitionsverhalten mit bis zu 16 Notenanschlägen pro Sekunde – ein Muss für professionelle Pianisten.

Nachteile

  • • Klaviere haben aufgrund der vertikalen Mechanik ein schlechteres Repetitionsverhalten mit maximal 7 Notenanschlägen pro Sekunde.
  • • Der stehende Resonanzboden behindert die Schallausbreitung im Raum, vor allem wenn das Klavier direkt an der Wand steht – das erzeugt einen subjektiv dumpferen Klang.
  • • Ein kleiner (Stutz-)Flügel hat an der Wand einen ähnlichen Platzbedarf wie ein Klavier, ragt aber mehr in den Raum – größere Flügel benötigen entsprechend mehr Platz, um sich auch klanglich entfalten zu können.
  • • Salon-/Studioflügel sind deutlich teurer als ein Klavier, aber Stutzflügel können in etwa preislich einem Mittelklasse-Klavier entsprechen.

 

 

Was passt besser zu mir – ein Klavier oder ein Flügel?

Die Entscheidung für ein Klavier oder einen Flügel hängt von verschiedenen Faktoren ab. Prinzipiell sind jedoch beide Instrumente von Anfang an geeignet, um das Klavierspielen zu erlernen. Um Ihnen die Wahl zu erleichtern, sollten Sie vor dem Kauf folgende Fragen für sich beantworten:

  • • Möchte ich von Beginn an ein möglichst klar definiertes Spielgefühl und ein volles Klangvolumen genießen – oder reicht mir ein subjektiv dumpferer Klang?
  • • Sind mir Dynamik und Repetitionsverhalten meines Instruments besonders wichtig – oder bin ich auch mit maximal 7 Tastenanschlägen pro Sekunde zufrieden?
  • • Habe ich ausreichend Platz, um einem Salon- oder Studioflügel (akustischen) Raum zu bieten – oder bevorzuge ich ein kompaktes Instrument zum Üben?
  • • Wie viel möchte ich für mein Tasteninstrument ausgeben – reicht das Budget für ein Mittelklasse-Klavier bzw. einen Stutzflügel oder darf es auch ein großer Flügel sein?
 

 

 
Silent Klavier
Silent Klaviere zum leisen Klavierspielen
 
 

Unser Tipp für leises Üben:

Sie möchten alle Vorteile eines akustischen Klaviers oder Flügels nutzen – müssen beim Spielen jedoch Rücksicht auf Ruhezeiten oder andere Bewohner nehmen? Dann könnte ein Silent-Klavier oder ein Silent-Flügel die richtige Wahl sein. Damit genießen Sie jederzeit das Spielgefühl eines mechanischen Instruments und können bei Bedarf Kopfhörer für ein lautloses Üben anschließen.

 
 

Haben Sie weitere Fragen zu Klavieren oder Flügeln
oder
Sie möchten ein Modell persönlich anspielen?
Dann stehen Ihnen die Experten aus dem
Pianelli Music-Store gern beratend zur Seite.